Über

Honigwort

gehört zum Gestaltungsatelier Marina Lussi in Hinwil.

Marina und die Worte

Worte sind für mich ein Material, mit dem gestaltet werden kann, wie mit jedem anderen Material. Ich habe einen bildhaften, freien Zugang zu ihnen und es kommt nicht selten vor, dass ich eigene Worte erfinde, welche etwas ganz Bestimmtes zum Ausdruck bringen sollen. H O N I G W O R T zum Beispiel. Dieses Wort kann Mensch sich im wahrsten Sinn auf der Zunge vergehen lassen… Süss und goldig und ein Resultat von Gemeinschaft (Honig als die flüssige Essenz vom Fleiss eines Bienenvolkes). Worte und ihre Bedeutungen sind immer Konstrukt eines Kollektivs; eine gemeinschaftliche Weberei (Text-ur). Gleichzeitig kreieren wir mit unseren Worten stetig auch unsere Umgebung mit. Mit Erzählarbeit bewege ich mich in diesem (im weitesten Sinne auch politischen) Feld: Wie werden Erzählungen für das Heute lebendig und fruchtbar erzählt? Welche Komponenten sind zeitlos, welche dürfen auch abgeschält oder ersetzt werden? Solche Fragen begleiten mich, wenn ich z.B. ein Märchen adaptiere.

Meine Sprachaffinität haben mir wohl meine Eltern in die Wiege gelegt. Ich bin dankbar dafür, dass mir z.B. das Fremdsprachenlernen nie grosse Mühe bereitete. Sogar mein Züridüütsch eignete ich mir als Kind innert kürzester Zeit an, als meine Familie vom Thurgau nach Uster ZH zog.
An der Uni konnte und ich später das Schreiben mit wissenschaftlichen Arbeiten zelebrieren und der Genauigkeit als Korrektorin in der Blindenbibliothek Zürich (Bereich e-text) frönen. In meiner Zeit als Redaktorin bei der Gemeindezeitschrift Hinwil setzte ich mir zum Ziel, spannende und bereichernde Berichte zu verfassen. Ja, die Worte sind mir wichtig und ich verschaffe mir bis heute immer wieder neue Lernfelder.

Eine Erzählausbildung kam 2017-2018 hinzu und eröffnet mir seither eine neue Welt.
-> Yvonne Wengenroth

Erzählen: Authentisch – intuitiv – lebendig

Als Erzählerin ist es mir wichtig, ganz auf meine Art diejenigen Geschichten zu erzählen, bei denen ich intuitiv einen Zugang zu ihrer Tiefe habe. In diese Tiefe einzutauchen finde ich wunderbar und wenn ich erreiche, dass du beim Zuhören ebenso absinken (und vielleicht durch die Geschichte etwas über dich lernen) kannst, ist mein grösstes Anliegen erreicht.

Tradition bedeutet «Überlieferung» – wie will ich eine Geschichte überliefern? Märchen wurden lange Zeit mündlich tradiert und waren damit dynamisch und frei, niemand hielt sie fest, ausser die Erzählenden in ihren Gedanken. Die Niederschrift geschah aus dem Gedankengut der Epoche der Romantik, als man kulturell Wertvolles konservieren wollte. Dank ihr haben wir heute einen grossen Erzählschatz zugänglich. Ich sehe es als Aufgabe, mit Achtsamkeit, Bienenfleiss und «cura» den Geschichten neues Leben einzuhauchen.